12. April 2019

Was tut man an einem verregneten Nachmittag? - Richtig, man geht ins Kino. Ich habe die Romanverfilmung "The wife" von Meg Wolitzer gesehen. Die vor dem Film gelesenen Kritiken sind meiner Meinung nach berechtigt. Glen Gloose spielt hervorragend die Gattin des Nobelpreisträgers für Literatur. Wirklich genial.

Im Film gab es eine Schlüsselszene, die mich wirklich faszinierte: Der Sohn des Nobelpreisträgers ist ebenfalls Schriftsteller und möchte die Meinung seines Vaters zu seinem Erstlingswerk hören. Der Vater windet sich und scheint nach den richtigen Worten zu suchen, um dann seinem Sohne zu eröffnen, dass sein Werk sehr konstruiert sei und das Paar, ein selbstgefälliger (ich bin mir nicht mehr sicher, ob dieses Wort gebraucht wurde) Mann und eine stoische Frau etwas realitätsfremd seien. ... Ich dachte, du blinder, dummer Nobelpreis-Literat siehst du nicht, dass er dich und deine Frau meint? Das ist ja fast schon eine Szene aus einer griechischen Tragödie. Und von jenem Augeblick an, fragte ich mich immer wieder: Welches Familiengeheimnis wahrst du, Gattin des Nobelpreisträgers, mit so stoischer Ausdauer? Ich war eingetaucht in den Film und versuchte ganz gespannt das dunkle Geheimnis zu erraten.